Musik

Oliver Kalkofe: Bewegender Post zum Verschwinden Daniel Küblböcks

Nach dem Verschwinden Daniel Küblböcks äußerte sich nun TV-Kritiker Oliver Kalkofe zu den Reaktionen auf die Vermisstensuche nach dem ehemaligen DSDS-Star. Auf Facebook schrieb der durch "Kalkofes Mattscheibe" bekannt gewordene Satiriker: "Dieser Selbstmord stimmt mich unendlich traurig." Es "scheine traurige Tatsache zu sein", dass Küblböck Suizid begangen habe, so Kalkofe. Der 33-Jährige Sänger war auf dem Kreuzfahrtschiff "Aidaluna" verschwunden; inzwischen wurde die Suche der Küstenwache nach ihm eingestellt.

Besonders in den sozialen Medien zog die Meldung viel Häme nach sich - ein Fakt, den Kalkofe scharf kritisiert: "Wenn ich die unglaublich vielen dummen, abartigen und emotionslosen Witze lese, werde ich wütend", schrieb er. Der Entertainer, der unter anderem gemeinsam mit Peter Rütten "Die schlechtesten Filme aller Zeiten" präsentiert, fragt sich: "Wo wären wir ohne genau diese seltsamen und verrückten Figuren, die uns zumindest Emotionen schenken statt immer gleicher Langeweile?". Vielen falle es schwer, so Kalkofe weiter, Menschen "mit anderem Aussehen, anderer Hautfarbe oder Herkunft als dennoch ebenbürtig zu akzeptieren".

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"Warum all die Wut und all der Hass, weil jemand anders ist?", übt Kalkofe in seinem bewegenden Statement harte Kritik. Einen Grund sieht der Comedian im deutschen Fernsehgeschäft: "Hier sehen wir auf tragische Weise die Auswirkungen der Casting-Shows und des immer seelenloser werdenden Fernsehens". Niemand helfe "den jungen Kurzzeit-Celebrities damit umzugehen, die Sender und Redaktionen machen sie zu Helden, Witzfiguren oder quotensteigernden Hassobjekten - letztlich aber zu Opfern". Kaum einer, so Kalkofe, komme "unbeschadet aus der Superstar-Topmodel-SonstwasSuch-Mühle" heraus.

Doch der Entertainer verschweigt nicht, dass auch er sich einst über Daniel Küblböck lustig machte. Jedoch: "Nicht über ihn als Person, sondern nur über seine Aktionen und Auftritte - wo er natürlich auch bewusst zu solchen Reaktionen provozierte." Küblböck habe über sich selbst lachen können, etwa als Kalkofe seinen Film "Daniel, der Zauberer" in einer "SchleFaZ"-Folge auseinandernahm. Zum Abschluss seines Statements richtet Kalkofe das Wort an den Vermissten: "Danke für alles - und verzeih denen, die zu dumm oder empathielos sind und waren, auch mit dir statt nur über dich lachen zu können. Ruhe in Frieden."

teleschau - der mediendienst

Quelle: "teleschau - der mediendienst"

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