Musik / CD

Mumford & Sons: DeltaWeiter auf der Suche

Das Banjo ist wieder da! Nur hören kann man's nicht. Oder, naja, selten. Nachdem Mumford & Sons für ihr letztes Album "Wilder Mind" (2015) ihre Instrumente einstöpselten und deutlich stadionrockiger als zuvor spielten, schlagen sie nun wieder eine andere Richtung ein: Frei von jeglichen Dogmen bedienen sie sich bei verschiedenen Genres und nutzen immer das Instrument, das am besten zum Song passt. Auch wenn Produzent Paul Epworth es danach mit so starken Effekten bearbeitet, dass vom eigentlichen Sound wenig bleibt. Epworth, der sonst mit Adele, Florence And The Machine und Coldplay zusammenarbeitet, führt nun auch die britischen Folk-Rocker zu einem großformatigen, gefälligen Klang. Doch auch wenn der Sound ein wenig stromlinienförmiger geworden ist: Ihre Seele haben Mumford & Sons behalten.

Das liegt vor allem daran, dass die Band immer noch weiß, was einen guten Song ausmacht - und natürlich auch an der markanten Stimme von Marcus Mumford, der es schafft, genau so viel Sehnsucht und Pathos in seine Stimme zu legen, dass das Große Gefühl nicht zu gefühlig gerät.

Auf diesen Konstanten aufbauend, kann die Band es sich leisten, neugierig zu sein. Und so erkundet sie auf ihrem vierten Langspieler neue Gebiete zwischen zärtlicher Akustikballade ("Wild Heart") und Elektropop mit Weltmusik-Einschlag ("Rose of Sharon") oder bringt auch mal einen - durchaus absichtsvoll - verstörenden Experimentaltrack ("Darkness Visible"), in dem durch einen verhallten Raum Textfetzen an den Hörer heranschweben, bevor die Musik mit Chor, Klavier und Gitarrengeschrammel explodiert.

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Meist aber zeigt sich die Experimentierfreude doch subtiler, etwa in der zweiten Single "If I Say". Die taugt durchaus noch fürs Radio. Mit ihrem schlicht-schönen Streicherpart, der nicht immer mit, sondern manchmal nur neben oder gar gegen den Song läuft, und ihrem eindringlichen, aber nicht ganz melodiösen Refrain, weicht sie aber doch von den Konventionen ab. Nur selten fehlen diese eigenwilligen Elemente, etwa in den etwas gesichtslosen Sicher-gut-fürs-Auto-Songs "Beloved" und "Slip Away". Aber selbst die sind keine wirklichen Fehlschläge.

In einem Interview mit dem Magazin "Rolling Stone" sagte Marcus Mumford: "Erwachsene Bands machen mehr als fünf Alben, also fühlen wir uns immer noch wie Jugendliche. Ich fühle mich noch nicht wie eine erwachsene Band." Der endgültige Sound ist also immer noch nicht gefunden. Aber die Suche ist ebenso spannend wie schön.

Sabine Metzger

Audio CD
Bewertungausgezeichnet
CD-TitelDelta
Bandname/InterpretMumford & Sons
GenreFokkrock
Erhältlich ab16.11.2018
LabelIsland
VertriebUniversal Music
Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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