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Facebook braucht noch mehr Löscher

In Reaktion auf das Netzwerkdurchsuchungsgesetz nimmt Facebook den Betrieb eines zweiten Löschzentrums in Essen auf

Das sogenannte Netzwerkdurchsuchungsgesetz ist seit 1. Oktober in Kraft und zwingt Seitenbetreiber, strafbare Inhalte oder Falschnachrichten teilweise schon nach 24 Stunden zu löschen. Verschwinden die Beiträge nicht schnell genug, drohen nach dem Ende der Übergangsfrist am 1. Januar sogar Geldstrafen.

Um das zu vermeiden, erweitert Facebook seine Löschkapazitäten in Deutschland deutlich. Das Dienstleistungsunternehmen Competence Call Center (CCC), welches zur Bertelsmann-Gruppe gehört, betreibt das Zentrum in Essen. Geleitet wird es jedoch von Facebook. Bis zum Jahresende sollen dort 500 Mitarbeiter beschäftigt sein, die das Netzwerk nach problematischen Beiträgen durchsuchen und diese möglicherweise löschen.

Schon länger im Einsatz ist ein Zentrum des Dienstleisters Arvato in Berlin. Facebook teilte im Sommer mit, dass es allein in Deutschland jeden Monat etwa 15.000 Beiträge entfernt.

Das Netzwerkdurchsuchungsgesetz ist heftig umstritten. Kritiker befürchten insbesondere, dass Unternehmen aus Angst vor Geldstrafen im Zweifel Beiträge löschen und damit möglicherweise ungewollt Zensur betreiben.

Jan Treber

Quelle: "teleschau - der mediendienst"

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