Musik / CD

Sofi Tukker: TreehouseFeiern mit sich selbst

Das US-amerikanische Duo Sofi Tukker hat schon vor dem Erscheinen seines Debütalbums "Treehouse" eine Grammy-Nominierung in der Tasche. Sophie Hawley-Weld und Tucker Halpern waren mit ihrem ersten Hit "Drinkee" in der Kategorie Best Dance Recording nominiert und überraschten mit portugiesischen Textzeilen. Nachdem sie ihren nächsten Kracher "Best Friend" dann noch in der Werbung eines großen Handyherstellers platzieren konnten, stand der wilden Feierei nichts mehr im Weg. Den perfekten Party-Soundtrack schreiben sie sich einfach selbst.

Die Party geht gerade erst los, da springen Sofi Tukker schon auf die Tanzfläche und werfen sich rücksichtslos hin und her. Das Duo interessiert sich nicht für die Meinung anderer Leute und liefert mit "Fuck They" eine elektronische, tanzgewordene Hymne für junge Menschen mit Scheißegal-Attitüde. Eine Pause gönnen sie sich danach nicht, stattdessen zappeln sie zum Herzschlagrhythmus von "Energia" einfach weiter und schaffen etwas brasilianisches Flair.

Auf Portugiesisch wird laut gefeiert und das voluminöse Haar geschüttelt. Das ist allerdings ziemlich schweißtreibend, und so schalten Sofi Tukker mit "Benadry" doch mal einen Gang zurück. Der Disco-Rhythmus klingt distanziert und gefiltert, wie hinter einer schweren Clubtür. Es fühlt sich an, als ob in der warmen Sommerluft auf der Terrasse geknutscht wird. Danach geht es wieder zurück in die Mitte der Tanzfläche, wo man sich selbst für verrückt erklärt ("Batshit"). Aber das macht nichts, etwaig aufkommende Selbstzweifel werden vom EDM-Banger "Good Time Girl" sofort wieder weggefegt.

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"I'm not winning, but I'm having a very good time": Das beschreibt ziemlich genau, wie sich "Treehouse" anhört. Den Innovationspreis können Sofi Tukker mit ihrem doch ziemlich gradlinigen Vortrag nicht gewinnen, aber die Synthesizer zaubern flirrende Farben im Kopf, und die Drums durchdringen den Körper, der unweigerlich zu zucken beginnt. Mit "Treehouse" hat man einfach eine verdammt gute Zeit. Und dann sind da eben doch wieder Stücke wie "Johny", die allein durch die portugiesische Sprache den kleinen Schubser über die Mittelmaßgrenze bedeuten und Sofi Tukker zum schillerndsten Gast der Party machen.

Die Chemie stimmt bei den Wechseln zwischen weiblicher und männlicher Stimme, und auch wenn der Körper bei "My Body Hurts" irgendwann schmerzt und sich ein Verzerrer auf die Stimme legt, werden die Füße weiter blutig getanzt. Am Ende ist man sich sicher: Eine Party ohne Sofi Tukker ist möglich, aber sinnlos.

Arne Lehrke

Audio CD
Bewertungüberzeugend
CD-TitelTreehouse
Bandname/InterpretSofi Tukker
Erhältlich ab13.04.2018
LabelUltra Recordings
VertriebSony Music
Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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