Musik / CD

Donots: Lauter als BombenDeutsch gegen Rechts

Wenn man an deutschsprachigen Punkrock denkt, kommen den meisten zuerst die Toten Hosen und die Ärzte in den Sinn. Dabei sind die Donots mit mehr als 20 Jahren Schrammelgitarren-Geschichte ebenfalls eine feste Instanz in der hiesigen Punk-Landschaft. Was sie aber lange von den Hosen oder den Ärzten unterschied: Zum größten Teil krächzte Sänger und Keyboarder Ingo Knollmann in englischer Sprache. Das änderte sich erst 2015 mit "Karacho". Der Name war Programm, was den Erfolg anging: Das erste deutschsprachige Album der Band stieg auf Platz fünf in die deutschen Charts ein - die höchste Chartplatzierung seit der Bandgründung 1994. Der Nachfolger "Lauter als Bomben" könnte diesen Erfolg nun wiederholen.

Auch diesmal werden alle Stücke auf Deutsch gesungen. Auch diesmal, denn die Donots wollen sich ihre Kanten bewahren, wird ein Finger für die permanente Protestgeste genutzt. In der modernen, regionalen Punkrock-Variante aus NRW gilt der ausgestreckte Mittelfinger dem Extremismus der Rechten und anderer Ungutmenschen. Wo sie politisch stehen, zeigen die Donots nicht nur mit Spenden für Flüchtlinge und Anti-Nazi-Flaggen auf ihren Konzerten, sondern auch mit ihren Texten.

Die Wahl der deutschen Sprache ist letztlich nur konsequent: Wer etwas zu sagen hat, will auch verstanden werden. Die Metapher aus dem Album-Titel wird deshalb auch mehrfach aufgegriffen. Im temporeichen Stadionrock-Song "Keiner kommt hier lebend raus" heißt es: "Bomben, lauter als Bomben ? Alle reden nur laut und immer durcheinander." In "Rauschen" singt Knollmann dann: "Nein, unsere Köpfe könnt ihr niemals haben, weil unsere Herzen lauter als Bomben schlagen".

Für punkige "Bombenstimmung" sorgen auch die übrigen Tracks des Albums, doch die Donots beschränken sich nicht auf klassischen Drei-Akkord-Pogo-Minimalismus. Sie erweitern den stilistischen Horizont um poppige Ohrwurm-Melodien ("Heute Pläne, morgen Konfetti"), Collegerock-Reminiszenzen ("Eine letzte Runde", "Der Trick mit dem Fliegen"), Hafenkneipen-Schunkelfolk mit Mitgröhl-Potenzial ("Eine letzte Runde") und Rocker-Attitüde im großen Stil ("Aschesammeln", "Gegenwindsurfen"). Dass sie auch die ruhigeren Töne beherrschen, zeigen die Donots schließlich mit den Balladen "Alle Zeit der Welt" und "Das Dorf war L.A."

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Eine Sache hat sich durch den Sprachwechsel indes nicht geändert: Trotz deutscher Texte klingen die Donots noch immer wie eine Band von internationalem Format. Mit "Lauter als Bomben" bewegen sich die Jungs aus Ibbenbüren im musikalischen Umfeld von den Toten Hosen aus Düsseldorf oder Angelika Expressist aus Köln - Bad Religion, die Ramones und Weezer sind aber auch nicht weit weg.

Donots auf Tournee:

20.02. Saarbrücken, Garage

21.02. Bremen, Schlachthof

22.02. Hannover, Capitol

23.02. Berlin, Huxleys

24.02. Rostock, M.A.U. Club

06.03. Dresden, Schlachthof

07.03. Wien, Wuk (A)

08.03. München, Tonhalle

09.03. Karlsruhe, Substage

10.03. Zürich, Dynamo (CH)

20.03. Dortmund, FZW

21.03. Hamburg, Große Freiheit

22.03. Köln, E-Werk

23.03. Erlangen, E-Werk

24.03. Wiesbaden, Schlachthof

Michael Eichhammer

Audio CD
Bewertungüberzeugend
CD-TitelLauter als Bomben
Bandname/InterpretDonots
GenrePunk-Rock
Erhältlich ab12.01.2017
LabelSolitary Man
VertriebWarner
Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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