Musik / CD

Yvonne Catterfeld: Guten Morgen FreiheitEndlich frei vom bösen B

Das B-Wort sollte hier einfach mal ausgelassen werden. Kaum ein Artikel über Yvonne Catterfeld kommt ohne den Namen des Musikproduzenten aus, der ihr ihren größten Erfolg beschert - und gleichzeitig das größte Karrierehindernis in den Weg gelegt hatte. Dabei ist die Veröffentlichung des Schmachtfetzens "Für Dich" jetzt schon sage und schreibe 14 Jahre her. Seitdem arbeitet sich die Sängerin daran ab, als Künstlerin endlich ernst genommen zu werden. Doch so recht funktionierte das selbst dann nicht, als sie auf erwachsenere Sounds setzte: "Blau im Blau" (2010) versuchte es im Bereich Chanson-Pop, "Lieber so" (2013) im Singer-Songwriter-Stil. Der Erfolg war überschaubar. Und jetzt? Scheint ihr das alles fast schon wurscht. Auf "Guten Morgen Freiheit" klingt sie so entspannt wie selten zuvor. Tut gut.

Für die neue Leichtigkeit macht Catterfeld vor allem ihre neue Muterrolle verantwortlich: "Der Zeitpunkt schien ideal, aus meinen neuen Erkenntnissen zu schöpfen und sowohl musikalisch wie auch inhaltlich neue Wege zu beschreiten." Das kann sicherlich sein. Auch die Tatsache, dass die Sängerin ihr Album erstmals auf ihrem eigenen Label veröffentlicht, könnte damit zu tun haben. Den größten Anteil aber haben unüberhörbar die Beatgees. Das Produzententeam, das auch schon Namika und Cro betreute, verpasste Catterfeld einen deutlichen Soul-Anstrich und nahm ihr offenbar auch eine gewisse Last von den Schultern - zumindest hören sich die Songs so an.

Dabei hätte sie an einigen Stellen durchaus pingeliger sein dürfen: Die Texte etwa klingen oft nicht ganz ausgereift oder gar ein bisschen platt. "Hab mit alten Dingen aufgeräumt und alle Sorgen untern Teppich gekehrt", heißt es beispielsweise etwas beliebig direkt im Opener und Titeltrack. Musikalisch aber passt die neue Entspanntheit sehr gut zu Catterfelds neuerdings deutlich tieferer, warmer Stimme. So wird der holpernde Text in "Besser werden" zum charmanten Markenzeichen und der Song trotz - oder gerade wegen? - seiner Ähnlichkeit zu Namikas Sound zu einem fast ebenso eingängigen Ohrwurm wie deren "Lieblingsmensch".

Und gerade wenn man denkt, dass Catterfeld und Co. es nun doch übertrieben haben mit der Leichtigkeit (selten hat man jemanden so gut gelaunt über Krieg, Flucht und Vertreibung rappen hören wie Teesy in "5 vor 12"), schlägt das Team noch mal einen anderen Weg ein und zeigt mit "Straßen aus Salz" und "Mehr als ihr seht" (unterstützt von MoTrip), dass es auch mit ernsteren Nummern umgehen kann. Ob das nun reicht für den ganz großen Wurf? Eher nicht. Aber das muss es auch gar nicht. Die Freiheit von alten Fesseln reicht einstweilen für den Seelenfrieden.

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Yvonne Catterfeld auf Tournee:

14.03., Mannheim - Capitol

15.03., Kaiserslautern - Kammgarn

17.03., Köln - E-Werk

18.03., Bielefeld - Ringlokschuppen

19.03., Magdeburg - Stadthalle

21.03., Offenbach - Capitol

22.03., Hamburg - Große Freiheit 36

24.03., Hannover - Capitol

25.03., Weimar - CCN Weimarhalle

26.03., Berlin - Admiralspalast

27.03., München - Deutsches Theater

29.03., Wien - MuseumsQuartier

30.03., Zürich - Theater 11

Sabine Metzger

Audio CD
Bewertungüberzeugend
CD-TitelGuten Morgen Freiheit
Bandname/InterpretYvonne Catterfeld
GenrePop / Soul-Pop
Erhältlich ab10.03.2017
LabelVeritable Records
VertriebRough Trade
Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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