Kino / Portraits

"Berlin ist meine Heimat!"

Peri Baumeister spielt im Kinofilm "Tabu - Es ist die Seele ... ein Fremdes auf Erden" (Kinostart: 31.05.)

"Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne" - sagte "Bild" beim Anblick des Shooting-Stars Peri Baumeister. Und man selbst kommt am Hesse-Zitat gar nicht vorbei. Peri Baumeister, die jüngere Schwester Muriel Baumeisters, hat ein bildhübsches junges Gesicht, verdammt wache braune Augen, einen immer leicht lächelnden roten Mund, der mit der blauen Tapete dahinter so perfekt kommuniziert, als hätte es der Herr Vermeer gemalt. Der Kinostart ihres Spielfilmdebüts "Tabu - Es ist die Seele ein Fremdes auf Erden" (31.05.) ließ nach der Premiere beim Moskauer Filmfest ein wenig auf sich warten. "Russendisco", der andere Film mit ihr, in dem sie Olga Kaminer spielt, kam zuerst heraus. Ein Doppelschlag.

Ein Debüt, und dann ein gleich so heikles Thema: Trakls Dichterliebe und Inzest (wenn auch nicht bewiesen, sondern nur erahnt). Die Berlinerin Peri Baumeister, Jahrgang 1986, spielt die Schwester des Salzburger Expressionisten, der sich mit dem Leben schwer tat, aber aus dieser Schwermut wunderbare Gedichte machte, bevor er sich das Leben nahm. Grete war mehr als nur Muse - eine seelenverwandte Bewunderin, die dem älteren Bruder immer wieder Halt und Impulse gab.

"Ich habe mich sehr über die Herausforderung gefreut", sagt Peri Baumeister, wenn man sie nach der schwierigen Rolle befragt. Trakl-Gedichte habe sie bereits im Leistungskurs auf dem Berliner Walther-Rathenau-Gymnasium gelesen. Sie kennt Trakls innige Geschwisterliebe, glaubt aber über Grete: "Sie liebt einen Mann und nicht ihren Bruder" - eine Auffassung, die sie mit dem Regisseur Christoph Stark teilt.

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Schon mit 14 hat die jüngere Baumeister-Schwester Theater gespielt. "Der eingebildete Kranke" war's, im Schlosspark-Theater. Mutter Judith, gleichfalls Schauspielerin, die ihr auch den hübschen Namen gab ("Peri bedeutet Fee") hatte sie dabei unterstützt.

Ob sie Muriel, die ältere Schwester mag? - "Wir sind uns sehr nahe, wir verstehen uns gut und sind immer füreinander da. Aber wir sind hauptsächlich einfach Schwestern, jeder geht seinen eigenen beruflichen Weg", sagt sie. "Als ich meine erste Rolle bekam, hat Muriel sich sehr gefreut und mich zum Essen eingeladen."

Peri Baumeister hat in München, an der August-Everding-Akademie, studiert. Das Examen im Sommer 2011 fiel fast auf den Tag genau mit den ersten Premieren (Moskau, München) von "Tabu" zusammen. "Ich mag München total gerne", sagt sie, "aber Berlin ist meine Heimat". Dort fährt sie sehr viel mit dem Rad herum und geht gerne Tanzen, auch in der "Russendisco", die es immer noch gibt.

Ob sie auf die erotisch-freizügigen Szenen im Film vorbereitet war? "Das war eine Entscheidung, die ich getroffen habe, bevor ich zum Casting gegangen bin. Man muss da schon über seinen Schatten springen. Aber Christoph Stark, der Regisseur, hat das sehr ästhetisch gemacht. Am Drehort - closed set - waren nur die Tonfrau, der Kameramann und der Regisseur.

Wilfried Geldner

Quelle: "teleschau - der mediendienst"

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